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Was bedeutet Absprungrate?

 

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Die Absprungrate (engl. Bounce Rate) ist der Prozentsatz an Webseiten-Besuchern, die lediglich eine einzige Webpage besuchen und damit nur einen Seitenaufruf generieren. Der Begriff entstammt dem Bereich der Webanalytics.

Abzugrenzen ist die Absprungrate von der Ausstiegsrate (engl. Exit Rate). Bei dieser spielt es keine Rolle, ob der Besucher eine oder zehn Unterseiten besucht hat.

Die Ausstiegsrate gibt vielmehr an, nach welcher Anzahl von Aufrufen genau die vorliegende Website prozentual verlassen wurde, nachdem ein User Zeit auf der Seite verbracht hat.

Webmaster stoßen auf den Begriff der Absprungrate in Webanalytics Programmen, vornehmlich Google Analytics.

Die Bounce Rate ist eine wichtige Kennzahl, da sie Aufschluss geben kann, wo bei einem Webauftritt Optimierungsbedarf besteht.

 

Berechnung der Absprungrate

 

Die Berechnung der Absprungrate ist, mit einfachen Worten gesagt, der Quotient aus der Anzahl der Sitzungen, bei dem die Einstiegsseite X zugleich die Ausstiegsseite ist + die gesamte Zahl an Sitzungen, bei denen Seite X zugleich die Einstiegsseite ist.

Die Bounce Rate berechnet stets das Verhältnis der einzelnen Sitzungen zu der Zahl der gesamten Sitzungen. Sie wird immer in Prozent angegeben.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: An einem bestimmten Tag werden auf eine Webpage 100 Besucher verzeichnet. Diese Besucher haben die Webseite wieder verlassen, ohne sich auf Unterseiten weiter zu klicken. Am selben Tag war dieselbe Page für 200 Besucher die Einstiegsseite. Die Absprungrate beläuft sich ergo auf 50%.

100 Besucher Seite X (verlassen Page ohne andere Unterseiten zu betrachten) : 200 Besucher, für die Seite X Einstiegsseite war (User besuchten Unterseiten) = 50% Absprungrate

 

Die Absprungrate in Google Analytics

 

Google Analytics ist das am weitesten verbreitete Webanalytics-Programm. Auch hier spielt die Bounce Rate eine wichtige Rolle und ist für die gesamte Performance einer Webseite ein ausschlaggebender Indikator.

Die Absprungrate wird oft als Maß für die Performance einer Website verwendet.

In Google Analytics wird die Absprungrate leicht anders berechnet als im herkömmlichen Sinne.

Abhängig von der Konfiguration können sich in Google’s Analytics auch Events auf die Metrik auswirken.

Warum? Die Analytics von Google messen die Absprungrate nicht lediglich zwischen zwei Aufrufen einer Seite. Es werden auch Events, sprich Interaktionen auf der Seite wie ein Klicken, gemessen.

In diesem Sinne ist bei Google Analytics die Definition der Bounce Rate leicht anders.

Hier muss es heißen: Ein Absprung ist zu verzeichnen, wenn ein Besucher ohne weitere Interaktionsevents auszulösen (wie z.B. klicken) die Webseite wieder verlässt.

 

Wo findet man bei Google Analytics die Absprungrate?

 

Im Google Analytics-Programm kann die Absprungrate in unterschiedlichen Bereichen gefunden werden.

Am einfachsten ist der Zugriff über: “Zielgruppe” -> “Übersicht”.

Google Analytics Absprungrate

 

Die Metrik richtig verstehen

 

Um die Bounce Rate zu verstehen, sollte diese allerdings aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden.

  • Im angeführten „Zielgruppenbericht“ findet sich die Absprungrate der gesamten Domain
  • Im Bericht „Channels“ ist die Bounce Rate sortiert nach Channelgruppierungen
  • Möchte man die Metrik für einzelne Seiten erfahren, ist dies im Bereich „Alle Seiten“ möglich
  • Soll die Absprungrate für die Kombination aus Quelle und Medium eingesehen werden, ist diese im Bereich „Alle Zugriffe“ zu finden

Betrachtet man die Bounce Rate in unterschiedlichen Bereichen, lässt sich in Erfahrung bringen, ob generell eine hohe Absprungrate zu verzeichnen ist, ob diese auf bestimmte Unterseiten einzugrenzen ist oder ob diese z.B. auf eine bestimmte Kombination aus Quelle und Medium zurückzuführen ist.

Welche Absprungrate ist normal?

 

Der Begriff der „Absprungrate“ suggeriert, dass die Ergebnisse messbar sind. Das ist auch der Fall.

Jedoch darf auch der Wert bei Google Analytics nicht einfach unreflektiert hingenommen werden.

Es muss der Zweck der Seite berücksichtigt werden. Dieser ist absolut unterschiedlich.

Beispiel: Ist es zum Beispiel Ziel einer Internetseite, dass User anrufen, kann es sein, dass diese nur die Telefonnummer in Erfahrung bringen und die Seite schließen. Es erfolgt ein Anruf, ein Lead ist generiert, aber die Absprungrate ist sehr hoch, weil der Nutzer schnell wieder verschwindet.

Bei einer „regulären“ Webseite ist es möglich, eine Absprungrate von 20% zu erreichen. Dahinter steckt viel Arbeit und sorgfältiges A/B Splittesting.

Eine Bounce Rate von ca. 35% ist als gut zu bezeichnen.

Eine Absprungrate bis ca. 60% ist als durchaus normal anzusehen.

 

Was ist eine hohe Absprungrate?

 

Beträgt die Absprungrate 80 Prozent oder mehr, bedeutet dies, dass 80 Prozent aller Webseitenbesucher die Page schnell nach einer nur kurzen Verweildauer wieder verlassen.

80% Absprungrate ist als sehr hoch anzusehen.

Bei einem Wert über etwa 60% liegt eine hohe Absprungrate vor, bei der ohne Zweifel Optimierungsbedarf besteht.

Wie hoch die Absprungrate sein sollte, hängt immer vom Zweck der Webseite ab. Das darf nie vergessen werden!

 

SEO-Experten Tipp:
Tipp: Bei der Analyse sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Absprungrate bei neuen Besucher legen. Diese Gruppe ist die, von der Sie sich in der Regel das höchste Engagement wünschen! Verschwinden diese sofort wieder von der Webseite, ist dies kein gutes Zeichen!

 

Wie hoch darf die Absprungrate sein?

 

Generell hängt auch bei Klärung der Frage, wie hoch die Absprungrate sein darf, viel vom Zweck der Seite ab.

Webseiten, die die Funktion einer Landingpage haben und bei denen nur ein Call-to-Action vorliegt, haben in der Regel eine hohe Absprungrate. Diese liegt zwischen 70 Prozent und 90 Prozent.

Alles, was unter 60% liegt, ist als eine Bounce Rate anzusehen, die hingenommen werden kann.

Natürlich besteht auch bei Webseiten um die 20% Optimierungsbedarf. Allerdings ist dies als nicht dringende Maßnahme anzusehen.

Je höher die Bounce Rate, desto größer ist der Optimierungsbedarf.

 

Welche Gründe gibt es für einen Absprung?

 

Die Bounce Rate sagt viel über die Qualität einer Webseite und deren Inhalte aus. Ist die Metrik hoch, zeigt dies, dass für User bestimmte Aspekte einer Website irrelevant sind.

Berücksichtigt werden muss auch, dass die Quelle des Ursprungs eines Webseitenbesuches einen enormen Einfluss auf die Absprungrate hat.

Kommt ein Besucher z.B. über eine Suchmaschine oder direkt aufgrund einer Empfehlung? Die Quelle ist also ein entscheidender Punkt, der bei der Analyse nicht außer Acht gelassen werden darf.

 

Beispiele: Gründe für eine hohe Bounce Rate

 

  • Eine Seite besteht hauptsächlich aus Werbeanzeigen
  • Es handelt sich um einen One-Pager (Website, die nur aus einer Seite besteht)
  • Es wird Flash genutzt, das bestimmte Browser nicht anzeigen können
  • Auf einer Webseite gibt es keine Suchfunktion beziehungsweise die interne Suche befindet sich nicht im sichtbaren Bereich
  • Der Internetauftritt ist insgesamt unstrukturiert. User finden nicht das, was sie suchen
  • Schlechte Lesbarkeit des Contents
  • Das Layout ist veraltet
  • Die Pagespeed ist sehr langsam
  • Anzeige von Pop-up Bannern
  • Verteilung von Inhalten auf zu viele Unterkategorien
  • Die Webseite ist nicht optimiert auf die Nutzung mit mobilen Endgeräten

 

Wie verbessert man die Bounce Rate?

 

Liegt die Bounce Rate über 60%, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Absprungrate zu optimieren.

Selbstverständlich sind schon bei Werten über 20 Prozent die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen in Erwägung zu ziehen:

 

1. Optimierung der Lesbarkeit der Webseiteninhalte

 

Ein Grund, weshalb User eine Webseite wieder verlassen, ist die Lesbarkeit des Contents. Es gilt umfangreiche Textblöcke zu vermeiden.

Webcontent lädt den User zum Lesen ein, wenn der Text:

  • Bilder
  • Diagramme
  • Kursivschrift
  • Fettdruck
  • Screenshots
  • Aufzählungen
  • Tipps
  • Hinweise

enthält.

Die Titelzeile sollte deutlich und groß geschrieben sein. Auch eine Sub-Headline ist angebracht.

Der Content sollte immer mit einem Call-to-Action abgeschlossen werden.

SEO-Experten Tipp:
Tipp: Wie gut lesbar ein Text ist, kann auf Readable getestet werden.

 

2. Vermeidung von Pop-ups – sie verschlechtern das Nutzungserlebnis

 

2017 sagten 67% aller User, dass sie sich von Pop-ups belästigt fühlen. Diese Zahl liegt heute vermutlich noch deutlich höher.

Es ist belegt, dass eine Vielzahl an Usern eine Webseite umgehend wieder verlassen, wenn sie durch aggressive Pop-ups belästigt werden.

 

SEO-Experten Tipp:
Tipp: Um die Bounce Rate zu verbessern, sollte komplett auf den Einsatz von Pop-ups verzichtet werden.

 

3. Optimierung der internen Verlinkung

 

Interne Links sind nicht nur wichtig für SEO. Sie haben auch einen großen Einfluss auf die Bounce Rate.

Bietet man dem Nutzer mehrere interne Verlinkungen an, die inhaltlich und thematisch passend sind, stehen die Chancen gut, dass ein User sich weiterklickt.

 

4. Aussagekräftige Description für die Anzeige in den SERPS

 

Die Meta Description ist in der Regel das, was Nutzer in den Suchmaschinentreffern sehen. Sie entscheidet nicht nur, ob eine User eine Seite besucht, sondern hat auch einen Einfluss auf die Bounce Rate.

Findet ein Nutzer auf einer Seite nicht das vor, was in der Description angekündigt war, wird er die Seite umgehend wieder verlassen.

 

SEO-Experten Tipp:
Tipp: Die Meta Description sollte sich daher nicht nur durch z.B. den Einsatz von Ascii Code von der Konkurrenz abheben, sie sollte auch das wiedergeben, was auf einer Seite tatsächlich geboten wird.

 

5. Ladezeit reduzieren – Pagespeed optimieren

 

Laut Studien warten Nutzer maximal 3 Sekunden, bis sich eine Webseite lädt. Dann führt sie Ihr Weg auf die Seite eines Konkurrenten.

Grundsätzlich wird erwartet, dass sich eine Seite innerhalb von 2 Sekunden aufbaut.

Alles, was darüber liegt, wirkt sich negativ auf die Absprungrate aus.

Zusätzlich ist die Pagespeed ein Rankingfaktor bei Google.

Zwei gute Gründe also, um an einer Optimierung der Pagespeed zu arbeiten.

 

SEO-Experten Tipp:
Tipp: Wie schnell sich eine Webseite lädt, dass kann bei Google getestet werden. Der Google Page Speed Test zeigt nicht nur an, wie schnell sich eine Webseite aufbaut, sondern macht auch deutlich, wo Verbesserungspotential besteht.

 

6. Auf ein klares Design und eine nachvollziehbare Struktur achten

 

Ein klares Design einer Website und eine übersichtliche Navigation ist eine wesentliche Basis, um die Bounce Rate gering zu halten.

Ein Nutzer muss sich intuitiv auf einer Page zurechtfinden können. Selbstverständlich muss er sich auch farblich angesprochen fühlen.

Kategorien sollten klar aufgegliedert, graphisch überzeugend gestaltet und für den Webseitenbesucher logisch nachvollziehbar sein.

 

7. Keywords

 

Es sollten nur Keywords genutzt werden, die dem Inhalt auch wirklich entsprechen.

Es ist nicht angebracht, sich auf Schlüsselwörter zu konzentrieren, die viel Traffic bringen. Denn diese Traffic ist nicht zielgerichtet und wird demzufolge die Webseite wieder schnell verlassen, was die Absprungrate in die Höhe treibt.

War es vor einigen Jahren noch üblich, explizit SEO Texte online zu stellen, in denen das Zielkeyword X Mal genannt wurde, ist dies heute nicht mehr üblich.

Vielmehr schreckt es sogar den Nutzer ab und schadet der Lesbarkeit von Texten.

 

SEO-Experten Tipp:
Auch aus SEO Sicht sind derartige SEO Texte Vergangenheit.

 

8. Einsatz von Werbung

 

Immer mehr Nutzer nutzen Ad Blocker. Das macht deutlich, wie abschreckend Werbung auf User wirkt. Demnach sollte Werbung nur dezent eingesetzt werden.

Ist eine Webseite überfüllt mit Ads, schreckt das User ab und führt zu einer hohen Bounce Rate.

 

9. Optimierung für mobile Endgeräte

 

Das Smartphone ermöglicht heutzutage einen Zugang zum Internet fast überall. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die mobile Internetnutzung in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen ist.

 

SEO-Experten Tipp:
In manchen Nischen kommen bis zu 70% der Besucher über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets.

 

Auch zählt für Google die Mobilfreundlichkeit einer Webseite zu den Rankingfaktoren.

Zwei gute Gründe, um sicherzustellen, dass eine Webseite responsive ist und auf mobilen Endgeräten optimal dargestellt wird.

 

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Quellen:

https://support.google.com/analytics/answer/1009409?hl=de

https://www.sem-deutschland.de/inbound-marketing-agentur/online-marketing-glossar/bounce-rate-absprungrate/

https://onlinemarketing.de/performance-marketing/richtigen-schluesse-deiner-bounce-rate

 

Zum SEO Lexikon

 

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Sandra Stammberger
Bis 1996 studierte ich Germanistik an der LMU München. Seit dem Abschluss zum Magister Artium widme ich mich seit 1997 hauptberuflich der Suchmaschinenoptimierung. Bis 2012 war ich primär in den USA als selbständige SEO Managerin tätig. Seit 2012 betreue ich Kunden in Deutschland im Bereich SEO und leite mehrere Themenportale. Erfahren Sie mehr über meine berufliche Vergangenheit in meiner Vita.

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Absprungrate
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